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Stefan Funk für Sie im Bezirkstag Unterfranken





AKTUELLES


Bezirkstagspräsident besucht Nordheimer Weinbaubetrieb

Weine in Stahltanks auszubauen oder in Fässern aus Eichenholz, das kennt man. Aber in Amphoren aus Ton? Das klingt für unterfränkische Verhältnisse ziemlich ungewöhnlich. In Georgien hat man allerdings bereits vor 6.000 Jahren Wein in so genannten Kvevris erzeugt – das sind im Boden vergrabene Ton-Amphoren. 2013 hat die UNESCO diese traditionelle Methode sogar zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Außerhalb der Kaukasus-Republik gibt es weltweit vielleicht zwanzig Weingüter, die mit Original-Kvevris arbeiten, ungefähr fünf davon in Deutschland. Eines von ihnen ist das Weingut Rothe in Nordheim.

Für Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel Grund genug, sich gemeinsam mit der Weinfachberatung den Keller des legendären Nordheimer Weinbaubetriebs einmal ein wenig genauer anzusehen – zumal Dotzel Georgien an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien selbst schon bereist hat. Als „aufregend ungewohnt“ bezeichnet Manfred Rothe seine Kvevri-Weine, und Dotzel fühlt sich mit dieser Einschätzung an seine eigenen Erfahrungen erinnert.

Über den sprichwörtlichen Tellerrand hat Manfred Rothe immer schon geblickt. „Für unsere Produkte brauchen wir keine Chemie!“ So lautete das Credo des aktiven Naturschützers bereits in Zeiten, als die Weinreben in den 1970er Jahren noch vom Hubschrauber aus mit Herbiziden und Pestiziden gespritzt wurden. Auf seinen Reisen nach Georgien erlebte er dann, „wie Wein auch schmecken kann“. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden in der Kaukasus-Republik Weine fast ausschließlich in den legendären Kvevris vergoren und ausgebaut.

Freilich bedeutet das nicht, dass das ungewöhnliche Aroma jedem Mitteleuropäer schmeckt. Die für einen Weißwein typische Fruchtnote ist bei Kvevri-Weinen kaum vorhanden. „Dafür überzeugen sie mit einer gerbstoffgeprägten Textur“, betont Manfred Rothe. Für den leidenschaftlichen Winzer ist ein Schluck Kvevri-Wein wie „Bungee-Jumping für die Sinne!“

Im Jahr 1999 – „als die Kinder aus dem Haus waren“ – übernahmen Manfred und Christine Rothe den ererbten Familienbetrieb im Haupterwerb. Bis dahin hatte Manfred Rothe noch als Küchenchef gearbeitet. Heute bewirtschaftet das Ehepaar zehn Hektar Reben. Dreißig Prozent davon sind Rotweine. In Georgien gibt es 525 verschiedene Rebsorten mit so schwierig auszusprechenden Namen wie Rkatsiteli, Mtsvane Kakhuri oder Kisi. In dieser Hinsicht macht es sich Manfred Rothe einfacher, er schätzt insbesondere den Silvaner: „Der Silvaner hat uns noch nie verlassen!“, sagte er „Was will mit Silvaner auch passier!“

Schon 2011 war Manfred Rothe als Sprecher der „Insel-Wein-Macher“ einer der treibenden Köpfe, als es darum ging, Weißwein auf der Maische zu vergären. Wie sonst bei Rotweinen ist es dadurch auch bei Silvaner und Co. möglich, Weine zu erzeugen, die sich fünf oder zehn Jahre lang lagern lassen. Noch ausgeprägter ist dieser Vorzug bei Kvevri-Weinen, die zehn- bis fünfzehnmal mehr Gerbstoffe enthalten als normale Weißweine. Mit diesem Gerbstoffgerüst hätten Weine ein Alterungspotenzial von Jahrzehnten und kämen mit minimalster Schwefelbeigabe aus, weiß Rothe. „Man muss da ran, man muss sich was trau’n!“

Im Oktober 2013 vergrub Manfred Rothe seine beiden frisch importierten Kvevris in einer Ecke seines Weinkellers. Oben auf deckte er alles mit roten Ziegeln ab, die wie ein Strahlenkranz die Kvevri-Öffnung einfassen. Das Vergraben ist wichtig, damit die dünnen Wände der Amphoren beim Befüllen nicht auseinanderbrechen. Zu etwa drei Vierteln werden sie mit Maische und Most gefüllt – oft mit Stielen und Kämmen. Die Vergärung beginnt dann spontan. Drei bis viermal täglich muss der Tresterhut untergestoßen werden. Manfred Rothe benutzt dazu einen kräftigen Stock, den er sich selbst geschnitzt hat. Nach der Gärung wird die Luke fest verschlossen und mit feuchtem Ton versiegelt. Nun hat der Winzer erst mal Ruhe. Neun Monate liegen die Weine auf der Maische. „Der Wein reift sich selbst überlassen.“

Das Abfüllen des fertigen Weins geschieht dann an einem einzigen Tag. Ungefähr 800 Liter Wein zieht Manfred Rothe aus jedem der beiden 1.200-Liter-Amphoren. Natürlich sind diese Weine nicht billig. „Das Handwerk braucht seinen Preis!“, sagt Manfred Rothe selbstbewusst. 45 Euro kostet eine Flasche, und seine Kunden kommen aus der ganzen Welt.

Ganz neu in seinem Sortiment ist der Jahrgang 2016. Der Vorzug seiner Weine sei nicht zuletzt, dass man eine Flasche nicht leertrinken müsse, weil sie auch noch nach Tagen ihre Qualität behalte, sagt Rothe. Man muss sie nicht leertrinken. Stimmt! Aber die wenigsten Wein-Liebhaber werden einer geöffneten Flasche Rothe-Wein widerstehen können.


16.08.2019 12:32:23


Toto Pokal 2019/2020 * 2.Runde

Der TSV Großbardorf (Bayernliga Nord) trifft in der 2.Runde des Toto Pokals 2019/2020 auf Regionalligist FC Schweinfurt 05. Die Begegnung wird am Dienstag, 20. August 2019 um 18 Uhr in der Bioengerie Arena in Großbardorf ausgetragen.


15.08.2019 17:45:27


Neues aus dem Partneschaftsreferat des Bezirk Unterfranken

Abend der klassischen Musik – das Quartett „quatuor barbaroque“ in Rimpar
Das Partnerschaftskomitee und der Seniorenrat Rimpar laden ein zum Auftritt des außergewöhnlichen Ensembles „quatuor barbaroque“ aus Südfrankreich. Die Spezialität dieses Quartetts ist es, alle Werke - zumeist aus der Klassik – für Drehorgel, Bandoneon, Hackbrett und Kontrabass zu arrangieren. Für das Konzert in Rimpar spielt das „quatuor barbaroque“ Werke von Johann Sebastian Bach: das 4. und das 5. Brandenburgische Konzert und die Suite in
H-Moll.
Die Veranstaltung findet am Samstag, den 28. September, um 19.00 Uhr, im Schloss Grumbach (am Schlossberg 1) in Rimpar statt. Der Eintritt beträgt 10€ und in der Pause werden französische Snacks und Getränke angeboten.
Anmeldungen nimmt Herr Kempf telefonisch unter 09365 2456, oder per E-Mail HermannKempf@web.de entgegen.

DFJW – „Mauer aus Kunst – L’art fait le mur“
Anlässlich des Doppeljubiläums „10 Jahre DFJW-Juniorbotschafternetzwerk & 30 Jahre Mauerfall“ hat sich eine Gruppe aus neun aktuellen und ehemaligen DFJW-Juniorbotschaftern das Ziel gesetzt, das Thema „Mauer“ aus einer abstrakten Perspektive zu betrachten. Geplant ist eine Aktion in Anlehnung an ein Kunstprojekt von Ulrich Thon. Zusammen mit dem Künstler sollen Schüler/innen, Studierende und andere Interessierte über mehrere Monate
hinweg eine „Mauer“ aus Bildern, im Format 30 x 30 cm, errichten. Avisiert ist eine Anzahl von mindestens 500 Bildern, die unter Einsatz eines „Ziegendrahtes“ bzw. Gitters und Holzkonstruktionen zu einer Collage zusammengestellt werden. Die Auseinandersetzung mit dem Thema soll viele Menschen diesseits und jenseits der deutsch-französischen Grenze erreichen und insbesondere verdeutlichen, dass ein Mauerfall nicht nur vor dem Brandenburger Tor, sondern auch im Kopf stattfinden kann.
Anmeldeschluss ist der 30. September 2019. Nähere Informationen zur Anmeldung und dem Kunstprojekt finden Sie unter https://www.dfjw.org/mauer-aus-kunst.

Aktuelles vom internationalen Netzwerk jugend.kultur.austausch:
Datenbank zur Sprachanimation
Sprachanimation ist aus der interkulturellen Jugendbildung nicht mehr wegzudenken. In vielen internationalen Kontexten gehört es zum Standard, mit verschiedenen Methoden die Teilnehmenden dazu zu bringen, ihre Sprachangst zu verlieren und die Sprache der Anwesenden wertzuschätzen. Mit Sprachanimation können natürliche Kommunikationsstrategien der Anwesenden unterstützt und die Neugier auf die Partnersprachen geweckt werden. Die Datenbank languageanimation stellt Videos bereit, die sowohl einen kurzen theoretischen Hintergrund der Methode vermitteln als auch fünfzehn wichtige Methoden der Sprachanimation zur Verfügung stellen. Über die Homepage http://languageanimation.org/ erhalten Sie eine Übersicht zur Methodenvielfalt der Sprachanimation, konkrete Beispiele und vielfältige
Materialien.

Online-Kurs: Internationale Begegnungen organisieren
Am 16. September 2019 startet ein Online-Kurs des IJAB – der Fachstelle für Internationale
Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. – zum Thema "Internationale Begegnungen organisieren". Der kostenlose Kurs richtet sich an alle Fachkräfte, die gerne eine internationale Jugendbegegnung durchführen würden, bisher aber nur wenige oder keine Vorerfahrungen haben, z.B. Mitarbeiter/innen der Kinder- und Jugendhilfe oder ehrenamtliche Jugendgruppenleiter/innen. Über sechs Wochen hinweg erhält man einen kompakten, praxisbezogenen Überblick über die wichtigsten Aspekte, die zu bedenken sind: von der Planung, der Partnersuche, über die Finanzierung und die Programmgestaltung bis hin zur Nachbereitung einer
Begegnung. Weitere Informationen zu dem Kurs finden Sie über folgenden Link: https://www.oncampus.de/weiterbildung/moocs/InternationaleBegegnungen

Kontaktstelle Deutschland »Europa für Bürgerinnen und Bürger« (EfBB) informiert
Europäische Partnerschaften entwickeln – aber wie? Fortbildungsangebot für kommunale
Vertreter und Ehrenamtliche – am 15. August 2019 in Darmstadt Sie arbeiten in einer Kommune oder einem Verein und führen bereits Bürgerbegegnungen mit europäischen Partnern durch oder möchten diese auf die Beine stellen? In dem Seminar »Europäische Partnerschaften entwickeln« erhalten Sie das nötige Werkzeug an die Hand! Es werden gemeinsam Strategien erarbeitet, wie die Arbeit der Partnerschaftsvereine und Kommunen im Bereich Städtepartnerschaften gestärkt werden kann. Dabei stehen Finanzierungsfragen, die Mobilisierung von jungen Menschen für die Städtepartnerschaftsarbeit und die Möglichkeit zum Austausch von kommunalen Vertreterinnen und Vertretern sowie Ehrenamtlichen im Mittelpunkt. Über folgenden Link gelangen Sie zu dieser und weiterer Veranstaltungen der Kontaktstelle
„EfBB“: https://kontaktstelle-efbb.de/index.php?id=20#c60


14.08.2019 09:20:38


Sommertour des Bezirkstagspräsidenten

Der wahre Schatz der Sektkellerei Höfer liegt zwölf Meter unter der denkmalgeschützten ehemaligen Brauereianlage im Würzburger Stadtteil Zellerau. Im Halbdunkel eines gewaltigen Kellers aus gemauertem Muschelkalk, mit Dutzenden von Kerzen nur unzulänglich ausgeleuchtet, befinden sich die Gär- und Rüttelkammern des Unternehmens. Acht bis zwölf Wochen lagern hier die mit einem Kronkorken verschlossenen Sektflaschen zur so genannten zweiten Gärung in speziellen, hölzernen Reitern. Sechzig Flaschen auf jeder Seite des Ständers, rund 250.000 Flaschen insgesamt, alle mit dem Flaschenboden nach oben. Regelmäßig werden sie von Hand ein kleines Stückchen weitergedreht und dabei immer steiler gestellt, damit sich die Hefe am Ende im Flaschenhals sammelt.

Auf seiner diesjährigen Sommertour mit der Weinfachberatung wollte sich Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel das Würzburger Vorzeigeunternehmen ganz genau ansehen, denn „ohne diesen Betrieb könnten viele unserer Winzer keine so hervorragenden Sekte anbieten“, wie Dotzel erklärte. Es sei unglaublich, wieviel Arbeit und wieviel Können die Herstellung von Schaumweinen erfordere, stellte der Bezirkstagspräsident anerkennend fest.

Das Lob galt Carsten Höfer, der gemeinsam mit seiner Frau Karin 1994 jenes Brauereianwesen übernahm. Höfer hatte gerade sein Studium in Geisenheim als Diplom-Ingenieur abgeschlossen und erkannte das Potenzial des zu diesem Zeitpunkt heruntergekommenen Geländes. Acht Monate dauerte es, bis die historischen Kellergewölbe saniert waren und die neue Produktionshalle in Betrieb ging. 30.000 Flaschen produzierten die Jungunternehmer im ersten Jahr, heute sind es zweieinhalb Millionen. Die Idee der Flaschengärung mag ursprünglich aus Frankreich stammen, aber das Engagement, mit dem Carsten Höfer seine Sektkellerei betreibt, erinnert mehr an die legendäre Dynamik amerikanischer Erfolgs-Unternehmen.

Zu diesem Erfolg trägt neben der herausragenden Qualität sicherlich auch der Umstand bei, dass die Deutschen beim Schaumwein-Genuss mittlerweile Weltmeister sind. 2018 lag der Verbrauch bei rund vier Liter pro Kopf. Bei Höfer ist eine der modernsten Abfüllanlagen Deutschlands im Einsatz. Die Flaschenhälse mit dem Hefepfropfen werden zunächst vereist. Durch den Druck in der Flasche wird die gefrorene Hefe herausgeschleudert. Bei diesem Dégorgement, wie die Entfernung der Hefe heißt, geht zwangsläufig ein wenig Sekt in der Flasche verloren, was dann durch die so genannte Dosage ausgeglichen wird. Schließlich wird die Flasche verkorkt.

Bei Höfer werden ausschließlich fränkische Weine aus klassischen Rebsorten wie Silvaner, Riesling oder Weißburgunder sowie so genannte Prestige-Cuvées nach der Champagner-Methode zu Sekt oder Secco verarbeitet. Zudem gibt es animierte Perlweine, aromatische Schaumweine, fränkischen Cidre und alkoholfreien Traubensecco im Angebot. Für Carsten Höfer heißt das: „Wir bieten geprüfte Qualität aus Franken!“


12.08.2019 13:43:17


Schloss Aschach vor der Wiedereröffnung

In Schloss Aschach hat jetzt der Countdown zur Wiedereröffnung des Graf-Luxburg-Museums im kommenden Frühjahr begonnen. Davon überzeugte sich Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel im Rahmen seiner diesjährigen Sommertour mit dem Referat für Kulturarbeit und Heimatpflege.

Überall im Innern des feudalen Bauwerks riecht es noch nach frischer Farbe und feuchtem Kalk. Die Räume sind weitgehend leer. Nur ein paar sorgfältig mit Plastikfolie abgedeckte Schränke warten auf ihren künftigen Einsatz. Aber trotz des Baustellen-Charmes und den noch unaufgeräumt herumstehenden Werkzeugkisten ist spürbar, was sich in den zurückliegenden drei Jahren hier alles getan hat. Die Mauern sind renoviert, die Tapeten restauriert, die Wände gestrichen, die Böden poliert. Wo demnächst Schaukästen oder Vitrinen stehen sollen, spitzen Kabelenden aus den Wänden. Für die Arbeiten habe man wenn möglich heimische Firmen beauftragt, betont Dipl.-Ing. Klaus-Jürgen Edelhäuser, als Architekt für die Projektsteuerung verantwortlich. Damit habe er stets die besten Erfahrungen gemacht.

Zum Kernstück des architektonischen „Updates“ gehört nicht zuletzt die Erschließung der drei Stockwerke mit zwei Aufzügen für Rolli-Fahrer oder Gehbehinderte. Ein „Museum für alle“ sollen die Ausstellungsräume im großen Schloss künftig sein, betont Dr. Birgit Speckle, fachliche Leiterin für die Neugestaltung des Graf-Luxburg-Museums. Ein Anliegen, das Bezirkstagspräsident Dotzel ganz besonders am Herzen liegt. Schließlich habe für den Bezirk Unterfranken die Inklusion eine ganz herausragende Bedeutung. Barrierefreiheit und Denkmalpflege seien gleichwertige Ziele, sagt er.

Wie Dotzel erläutert, wolle der Bezirk das historische Gebäude samt seinen Museen „fit für die Zukunft als attraktives Ausflugsziel machen“. Moderner werde das Museum auch durch seine szenischen Gestaltungen. Wie schon bisher solle zum einen das adelige Leben im 19. Jahrhundert gezeigt werden. Zum anderen werden die von der Familie Luxburg gesammelten Kunstschätze stärker ins Gesichtsfeld der Besucher rücken. Schließlich befinden sich in den gräflichen Sammlungen Werke von Lucas Cranach oder Leo von Klenze – und zudem feinstes Porzellan aus China, kostbare Teppiche, Möbel aus dem Barock, Schreibtische aus dem Rokoko, erlesene Tapeten sowie wertvolles Geschirr, Silber, Zinn und so weiter und so fort! Zudem werde künftig der ehemalige Küchenbereich in die Ausstellung der historischen Räume miteinbezogen, denn die heutigen Besucher interessierten sich nicht nur für die Herrschaften, die in Schlössern lebten, sondern auch für das Personal, das dort arbeitete.

Die Exponate, die es künftig in den Schlossräumen zu sehen geben wird, lagern derweil noch in der ehemaligen Schlossmühle, die der Bezirk vor etlichen Jahren zum Museumsdepot umbauen ließ. Hier zeigt Birgit Speckle ein paar Kostbarkeiten aus der gräflichen Silbersammlung, wertvolle Gläser und eine chinesische Schnitzlackdose, zu deren Herstellung Hunderte Schichten rot gefärbten Lacks über einem Holz- oder Metallkörper aufgebracht werden. Dieser Arbeitsprozess dauert viele Monate. In den Lack werden anschließend die unterschiedlichsten Dekore eingeschnitzt. Die Ausführungen müssen präzise sein, da ein falscher Schnitt kaum korrigiert werden kann. Daneben hat Birgit Speckle eine offensichtlich oft und gern getragene Lederhose bereitgelegt – ein gräfliches Geschenk an den einstmaligen Gärtner Otto Blum, der lange Jahre auf Schloss Aschach in Diensten war. Denn auch die Schicksale des Personals seien ein wichtiger Aspekt des Lebens in einem Schloss, sagt Birgit Speckle.

Die um das Jahr 1200 durch die Grafen von Henneberg gegründete und im Lauf ihrer Geschichte mehrmals zerstörte Burganlage befindet sich seit 1955 im Eigentum des Bezirks. Zuvor hatten es die Würzburger Fürstbischöfe bis 1802 als Amt- und Jagdschloss genutzt. Nach der Säkularisation hatte das Schloss verschiedene Eigentümer, bis es 1873 von Dr. Friedrich Graf von Luxburg für 75.000 Goldmark gekauft wurde. Graf Luxburg, legendärer Regierungspräsident von Unterfranken und Aschaffenburg, baute das Schloss nach seinen Vorstellungen um und stattete es mit wertvollen Möbeln aus und mit den kostbaren Kunstschätzen, die er zeit Lebens sammelte. Nach seinem Tod 1928 wurde Karl von Luxburg, einer der Söhne Friedrichs, Schlossherr. Der Jurist und kaiserliche Diplomat hatte einen großen Teil seines Lebens im Ausland zugebracht. Er schenkte das Schloss schließlich kurz vor seinem Tod dem Bezirk unter der Maßgabe, es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


12.08.2019 13:40:46



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